Leserbriefe-Archiv
Vertreibung wird nicht thematisiert
Ich stimme Herrn Rasch völlig zu, was er über die Heimatvertriebenen schreibt. In unseren Medien gibt es sehr wenig Informationen über die Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
Wenn ich darüber spreche, dann merke ich sofort, dass dies oft ein nicht erwünschtes Thema ist.
Trotzdem höre ich, dass hier sehr viele vertriebene Menschen herkamen und damals in Scheunen und Bauernhöfen untergebracht wurden.
Dieses Thema war aber zur DDR Zeit ein Tabu. Aber warum bleibt dies auch 20 Jahre nach dem Mauerfall so?
Ich interessiere mich persönlich für dieses Thema. weil die Spätaussiedler ebenfalls nach dem Bundesvertriebenengesetz von 1953 behandelt ·werden und ebenfalls hierher gekommen sind.
Dies ist auch unsere gemeinsame Geschichte und die sollte man schließlich auch kennen."
Helga Henke
Oranienburg
Brandenburger Rundschau online, Ausgabe Dezember 2011
Gut das wir die Brandenburger Rundschau haben
Sehr geehrter Herr Clemens,
vielleicht erinnern Sie sich noch an mich? Wenn nicht, ist ja auch nicht schlimm!
Erst einmal herzlichen Dank an Sie dafür, dass es die „Branden-burger Rundschau” gibt.
Anbei etwas Aufgeschriebenes von mir - ob Papierkorb oder Veröffentlichung, entscheiden Sie!
Den Treck-Ablauf meines Onkels Otto Schmidt (Vatis Bruder) und Familie, hätte ich gern wieder zurück. Sie haben daraus erst noch richtig was gemacht; z.B. Begriffe erläutert, für Jüngere
nachvollziehbar.
Ich allerdings, damals Inge Schmidt, flüchtete mit einem Zweispänner, (zwei 80 jährige Omas, Tante, Onkel und noch vier Geschwister) von hinter der Weichsel kommend (Kulm, Kreisstadt in Westpreußen)
bis nach Eckernförde (Kiel). Onkel war Treckführer der 31 Wagen. Ich war für Onkels Gespann verantwortlich, musste plötzlich mit meinen 10 Jahren erwachsen sein. Brachte alles „gut” übers
Weichseleis, dann über die Oder (Fähre bei Stettin).
In den 54 Tagen und 1 260 km, am „Ziel” jedoch waren beide Omas`s zu beklagen.
Ihnen weiterhin Gesundheit und Schaffenskraft. Was wäre, wenn es Sie nicht gäbe?
In diesem Sinne freundliche Grüße an Sie und an Herrn Heerwagen sowie Ihr Team.
Ihre Leserin
Inge Lüer, Neustadt
Brandenburger Rundschau online, Ausgabe Dezember 2011
Politik folgt Erfahrungen und vor allem Interessen
Sehr geehrter Herr Heerwagen,
meine Eltern stammen aus der Nähe von Liegnitz in Schlesien, wo sie eine Landwirtschaft besaßen. Ihre Vertreibung und der Verlust ihrer Heimat wühlen mich jedes Mal auf, wenn ich daran erinnert
werde. Das ist auch der Fall, wenn der BdV wegen der „Schlesischen Jugend” angegriffen wird und sich rechtfertigen muss. Die Medien versuchen immer wieder, den BdV als Störenfried hinzustellen und
seine Glaubwürdigkeit und Existenzberechtigung anzuzweifeln.
Als Konstrukteur ist es für mich unverständlich, dass heute noch in einem derart wichtigen Bereich, wie Politik, nach Erfahrungen und Interessen gestaltet wird.
Das Harmonieprinzip ist das grundlegende Gestaltungsprinzip der Technik, aber auch anderer Bereiche. Es bindet die Wissenschaft ein und wird damit unangreifbar. Ein Grundpfeiler dieses Prinzips ist
die Priorität der Belastbarkeit gegenüber der Belastung. Übertragen auf die Politik bedeutet es die Priorität des Wissens über die Anlagen des Menschen gegenüber den Interessen der Regierenden. Die
Bedeutung der Heimat, der Identität und andere den Menschen ausmachende und leitende Eigenschaften würden mit diesem Prinzip zu politischen Gestaltungsgrundsätzen werden.
Die Diskussion um das Zentrum gegen Vertreibungen verdeutlicht die Interessenlage der etablierten Parteien. Auch die CDU/CSU, die den Vertriebenen wohlwollend gegenübersteht, vertritt die Interessen
von Gruppen, die in der Problematik der Vertreibung eher Nachteile für sich sehen. Vielleicht kommen Sie zu der Überzeugung, dass die Gründung eines Vereins zum Diskutieren und Bekanntmachen des
Harmonieprinzips in der Gesellschaft sinnvoll wäre. Es würde auch den BdV aus der Defensive bringen.
Das Harmonieprinzip ist weder links- noch rechtslastig. Das Vertreten von Wissen ist dem Vertreten von Ansichten und Interessen weit überlegen.
Mit freundlichen Grüßen
Wilfried Schaudienst
Bautzen
Brandenburger Rundschau online, Ausgabe Dezember 2011
